19 Juli 2022

GULLIVER – Kunst und Kultur in GULLIVER – ab Sonntag, 12. Juni 2022

Neustart Kultur im GULLIVER  Die Entscheidung, das kulturelle Leben in die Einrichtung GULLIVER zurückzuholen, ist eine gute Entscheidung.  Wir beginnen mit einer Sonntagsmatinee: Schon lange vorbereitet, werden nun endlich die Arbeiten von Viola Isabella Stäglich gezeigt. Mit Einbeziehung des Außenbereichs und unter Einhaltung der Hygiene-Vorgaben  soll an die früheren Ausstellungsaktivitäten angeknüpft werden.

Viola Isabella Stäglich

Tanz in bewegten Zeiten

Malerei

Matinee:  Sonntag,  12. Juni 2022 – 14.00 – 16.00 Uhr 

Begrüßung:      Pfarrer i.R. Karl-Heinz Iffland, Ev. Obdachlosenseelsorger und Vorsitzender des KALZ e.V.

Einführung:      Elvira Reith

Für Viola Isabella Stäglich ist der Mensch in Bewegung mit dem sichtbaren Ausdruck der Gefühle das Maß und Motiv für ihre spontane Malerei. Sie interessiert das Wechselspiel von innerem und äußerem Impuls der sich bewegenden Menschen.  Der Zyklus der malerischen Tanzstudien changiert von impulsiv bis verhalten, eingebettet in farbige Nuancen, die mit kraftvoller Tusche, Acrylfarben oder zartem Pastell beeindrucken.

Der Tanz des Lebens, gelegentlich spürbar als Lebenskampf, abgetrotzt, mal leicht, mal mit festem Schritt ertastet. Die Arbeiten reflektieren so die intensiv erlebte Körperlichkeit, die natürlich aus dem eigenen

Empfinden der jahrelangen Beschäftigung mit Tanz und Tanzperformances herrührt. Ein schöner neuer Anfang, um im GULLIVER  wieder Kunst zu präsentieren.

Kuratorin: Elvira Reith                                                         Dauer: bis Ende 2022

Ort: Überlebensstation GULLIVER, Trankgasse 20, 50667 Köln, Bahnbogen 1

Hohenzollernbrücke – Telefon: 0221/12 06 091

Veranstalter: KALZ e.V., Hans-Böckler-Platz 1, 50672 Köln, Telefon: 0221/54 61 072

www.koelnerarbeitslosenzentrum.de

Organisation: Karo-Dame Kulturprojekte, Telefon: 0221/31 92 31

www.elvira-reith.de

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20 Jahre GULLIVER – Am 05.01.2001 öffnete die Überlebensstation für Obdachlose erstmals ihre Türen!

Die Überlebensstation für Obdachlose GULLIVER im Bahnbogen 1 der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zu DOM und Hauptbahnhof gelegen und damit zentraler Lebensmittelpunkt der Menschen, die in Köln auf der Straße leben, eröffnete ihr Angebot am 05.01.2001 und existiert somit seit mehr als 20 Jahren. GULLIVER ist Dienstleistungs- und gleichermaßen Beschäftigungsprojekt für und mit obdachlosen Menschen. Täglich nutzen bis zu 150 obdachlose Menschen, auch in Zeiten der Corona-Pandemie, die Angebote von GULLIVER. Die Einrichtung ist ganzjährig, täglich von 08.00 Uhr bis 15.00 Uhr, also auch an Wochenenden und allen Feiertagen einschließlich Weihnachten, Neujahr und Ostern geöffnet.

GULLIVER als Dienstleistungsprojekt für obdachlose Menschen

Die Dienstleistung, die zum Überleben auf der „Platte“ beiträgt, besteht aus folgenden Angeboten:

  • Körperliche Hygiene (Duschen, Toiletten, Urinal, Waschbecken für Nassrasur)
  • Kleiderwäsche und Trockner
  • Kleiderkammer
  • Dormitorium (Tagesschlafraum)
  • Beratung
  • Postfächer
  • Cafeteria mit Frühstück und Abendessen, verschiedene Snacks
  • Infobörse
  • Nutzung zweier PCs mit Internetanschluss
  • Vierteljährlich wechselnde Kunstausstellungen
  • Gelegentliche Konzerte in Zusammenarbeit mit LMN Köln e.V.
  • Kleine Bibliothek und Spielesammlung
  • Medizinische Fußpflege
  • Haarpflege (Friseurin kommt ins GULLIVER)
  • Handy-/Akkuladestation
  • Gepäckaufbewahrungsstation
  • Gepäckregal (nur während der Öffnungszeiten)

Alle Angebote konnten unter Corona konformen Abläufen (zahlenmäßig geregelter Zugang, Begrenzung der Verweildauer) und Prävention (AHA+L, FFP2 Masken, Desinfektion etc.) auch während des Lockdown vorgehalten werden. Zum besseren Infektionsschutz wurde die Lüftung der Einrichtung im September 2020 erweitert und optimiert, so dass ein vollständiger Luftaustausch alle 20 Minuten erfolgt. Lediglich der Tagesschlafraum kann aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln seit April 2020 nicht mehr vorgehalten werden.

Ab dem 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 erfolgte eine tages-und angebotsgenaue Erfassung der Gäste:

  •      18.584 WC-Nutzung
  •        9.304 Duschen
  •      15.679 Café-Besucher   
  •        3.950 Kleiderkammer
  •        2.634 Postabholung
  •        1.963 Gepäckfachnutzung
  •           660 Akut- und Notfallberatungen
  •        1.176 Wäsche waschen
  •           500 Schlaf-und Rucksäcke und
  •               9 Zelte    

Gesamt: 54.459 Nutzer*innen

Trotz der gravierenden Einschränkungen der Pandemie hat GULLIVER seine Leistungsfähigkeit und seine Nutzer*innenzahlen bis zu mehr als 75 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren aufrechterhalten können.

GULLIVER als Beschäftigungsprojekt für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten

In der Regel handelt es sich bei den Mitarbeiter*innen in GULLIVER um langzeitarbeitslose Personen mit besonders schwierigen Lebensumständen (Wohnungslosigkeit, Verschuldung, Suchtproblematik usw.). Für diese Menschen besteht ein Beschäftigungsangebot, das die besonderen Bedarfe und Lebensumstände der betroffenen Menschen berücksichtigt und so deren Integration in Arbeit sowie die Lösung ihrer Problemlagen ermöglicht. Ziel ist es, in einem sinnvoll genutzten und bisweilen mehrjährigen Förderzeitraum (2 – 4 Jahre), die Mitarbeiter für den ersten Arbeitsmarkt, zumindest aber für den zweiten Arbeitsmarkt, zu qualifizieren und vorzubereiten und sie bei der Stellen­suche, Vermittlung in Arbeit und bei der Lösung ihrer persönlichen und sozialen Schwierigkeiten zu unterstützen.

Das Beschäftigungsangebot eröffnet den Gästen der Einrichtungen die Möglich­keit, einen Einstieg in Arbeit durch das Instrument der Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (MAE) und/ oder durch das Instrument der sozialen Teilhabe gem. §16 i SGBII zu finden. Bei Eignung und Qualifizierung bietet sich die Option auf eine ein- bis zweijährige befristete sozialversicherungspflichtige Tätigkeit in der Einrichtung der Überlebensstation GULLIVER.

GULLIVER vereint konzeptionell die Aspekte von Arbeit und Beschäftigung, Gesundheit, Soziales und Integration. Die Nutzer*innen der Einrichtung partizipieren an der Einrichtung und an der Fortschreibung der Angebote. GULLIVER ist zudem bestes Praxisbeispiel stadtbürgerlichen Engagements.